misc

2 12 2007

Merke: Es ist keine gute Idee, nach dem nachmittäglichen Hegel-Seminar abends vor dem Einschlafen noch in Hegels Phänomenologie zu lesen, um dann mit Sätzen wie diesen in einen unruhigen Schlaf hinabzusinken:

„Dies Bewußtsein [d.i. das skeptische Selbstbewußtsein] ist also diese bewußtlose Faselei, von dem einen Extreme des sichselbstgleichen Selbstbewußtseins zum andern des zufälligen, verworrenen und verwirrenden Bewußtseins hinüber- und herüberzugehen. Es selbst bringt diese beiden Gedanken seiner selbst nicht zusammen; es erkennt seine Freiheit einmal als Erhebung über alle Verwirrung und alle Zufälligkeit des Daseins und bekennt sich ebenso das andere Mal wieder als ein Zurückfallen in die Unwesentlichkeit und als ein Herumtreiben in ihr. Es läßt den unwesentlichen Inhalt in seinem Denken verschwinden, aber eben darin ist es das Bewußtsein eines Unwesentlichen; es spricht das absolute Verschwinden aus, aber das Aussprechen ist, und dies Bewußtsein ist das ausgesprochene Verschwinden; es spricht die Nichtigkeit des Sehens, Hörens usf. aus, und es sieht, hört usf. selbst; es spricht die Nichtigkeit der sittlichen Wesenheiten aus und macht sie selbst zu den Mächten seines Handelns.
[…]
Dieses unglückliche, in sich entzweite Bewußtsein muß also, weil dieser Widerspruch seines Wesens sich ein Bewußtsein ist, in dem einen Bewußstein immer auch das andere haben und so aus jedem unmittelbar, indem es zum Siege und zur Ruhe der Einheit gekommen zu sein meint, wieder ausgetrieben werden. Seine wahre Rückkehr aber in sich selbst oder seine Versöhnung mit sich […]“ (Hegel, Phänomenologie, Suhrkamp, Werke 3, S. 162f.)

Wer von den werten Lesern jetzt mit Spannung die Fortsetzung des Zitates erwartet (dessen Abbruch oben etwa mit dem Einschlafen des Lesers koinzidierte) und evtl. schon zur eigenen Hegel-Ausgabe gegriffen hat, der ist schon verloren.

Zum Glück aber – so hoffe ich – dürfte der obige Textausschnitt überwiegend zu krausen Stirnen und vorwurfsvollen Blicken führen. Entschuldigt bitte, aber ich wollte hier nur die (wahrscheinliche) Ursache dafür kundtun, warum ich mich am Samstagmorgen (besser: -mittag) so fühlte, als hätte ich die Nacht zuvor schlimmsten Alkoholmiss- bzw. gebrauch betrieben. Ganz, ganz schlimm! Und ein wirres Zeug hab ich geträumt…

Fazit: Keine Ahnung.

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So, aber damit das hier nicht gänzlich zum Hegel-Blogging verkommt (Nietzsche ahead!), auch mal etwas ganz tolles und praktisches: Kaioo!

Ich möchte nicht viel dazu sagen. Yet another facebook clone – könnte man meinen. Ist es aber nicht. Warum? Naja. Hier berichtet SPON und hier jemand namens Henning Schürig. Und Kaioo selbst hat natürlich auch was zu sagen.

Bitte mal anschauen. Die Idee ist toll. Dennoch wird Kaioo es angesichts der bereits etablierten Konkurrenz ziemlich schwer haben. – Nun, meine Mithilfe zum Welterfolg ist hiermit geleistet. (Und, nein, ich bekomme kein Geld dafür und tue es auch nicht nur wegen des Namens.)

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Kurz vor Schluss noch eine Kleinigkeit für die Fans von ungewöhnlichen bunten Bildern: Lucky Bastard! (via)

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Ach ja, und nicht nur ich, sondern auch die Jungs von Telepolis haben sich inzwischen „Free Rainer“ angesehen. Im Gegensatz zu mir schreiben sie allerdings darüber.

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[Schluss. Aus. Ende. – Schönen ersten Advent noch!]





Hegel-Fragmente

13 11 2007

„Wer etwas Großes will, der muss sich, wie Goethe sagt, zu beschränken wissen. Wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu nichts. Es gibt eine Menge interessanter Dinge in der Welt; spanische Poesie, Chemie, Politik, Musik, das ist alles sehr interessant, und man kann es keinem übel nehmen, der sich dafür interessiert; um aber als ein Individuum in einer bestimmten Lage etwas zustande zu bringen, muß man sich an etwas Bestimmtes halten und seine Kraft nicht nach vielen Seiten hin zersplittern.“ (Hegel, Enzyklopädie, Suhrkamp, Werke 8, S. 170, Hervorhebung von mir)

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„Dahingegen ist der eigentliche Skeptizismus die vollkommene Verzweiflung an allem Festen des Verstandes, und die sich daraus ergebende Gesinnung ist die der Unerschütterlichkeit und des Insichberuhens. Dies ist der hohe, antike Skeptizismus, wie wir ihn namentlich beim Sextus Empiricus dargestellt finden und wie derselbe als Komplement zu den dogmatischen Systemen der Stoiker und Epikureer in der späteren Römerzeit seine Ausbildung erhalten hat. Mit diesem hohen antiken Skeptizismus ist nicht jener bereits früher (§ 39) erwähnte moderne, teils der kritischen Philosophie voran-, teils aus dieser hervorgegangene Skeptizismus zu verwechseln, welcher bloß darin besteht, die Wahrheit und Gewißheit des Übersinnlichen zu leugnen und dagegen das Sinnliche und in der unmittelbaren Empfindung Vorhandene als dasjenige zu bezeichnen, woran wir uns zu halten haben.“ (ebd., S. 176)

[Nur ein Zusammenhang]





Auf den Punkt!

7 09 2007

Dies ist deine Chance etwas zu schreiben!
Nutze sie!

[Nein, nicht dieses Blog.]





Beruhigend

3 08 2007

„Wirkliches Verstehen wird es nicht geben – wir Menschen missverstehen uns ja selbst sehr oft.“

[Monika Henzinger im TP-Interview]