Enttäuschungshaltung

18 11 2007

Auch Hegel kommt über eine Beschreibung des Problems nicht hinaus.

Wie Camus – nur ungleich verwirrender und unpoetischer – zeigt er die innere Widersprüchlichkeit, ja „Zerrissenheit“, von schlichtweg allem.

Dann, in einer in ihrer Ausführung unfassbaren Naivität, versucht er genau diese Widersprüchlichkeit zu überwinden. Dieses Vorhaben muss scheitern. Denn auch „Widersprüchlichkeit“ ist ein Begriff, der seine eigene Negation enthält. Geht er auf das Absolute, leugnet er seine Grundannahme.

Aber ist damit nicht schon etwas gewonnen? Beschreibt die daraus resultierende Dialektik nicht wenigstens irgendetwas?

Ha! Willkommen in der nächsten Runde!

[Verfluchtes Fliegenglas]

[[Hach!]]

[[[Und wer behauptet schon, Hegel verstanden zu haben?]]]





Free Me

17 11 2007

Es ist auf jeden Fall richtig, dass irgendjemand anfangen muss, etwas zu tun.“ – Die einzige haltbare Antwort auf die zuvor gestellte Frage. Wenn es denn eine Antwort ist. Auf jeden Fall kann ich meine Sympathie für Weingartners „Free Rainer“ nicht verhehlen.

[Auch eine Form der Realitätsflucht: The Endless Forest (via)]





Hegel-Fragmente

13 11 2007

„Wer etwas Großes will, der muss sich, wie Goethe sagt, zu beschränken wissen. Wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu nichts. Es gibt eine Menge interessanter Dinge in der Welt; spanische Poesie, Chemie, Politik, Musik, das ist alles sehr interessant, und man kann es keinem übel nehmen, der sich dafür interessiert; um aber als ein Individuum in einer bestimmten Lage etwas zustande zu bringen, muß man sich an etwas Bestimmtes halten und seine Kraft nicht nach vielen Seiten hin zersplittern.“ (Hegel, Enzyklopädie, Suhrkamp, Werke 8, S. 170, Hervorhebung von mir)

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„Dahingegen ist der eigentliche Skeptizismus die vollkommene Verzweiflung an allem Festen des Verstandes, und die sich daraus ergebende Gesinnung ist die der Unerschütterlichkeit und des Insichberuhens. Dies ist der hohe, antike Skeptizismus, wie wir ihn namentlich beim Sextus Empiricus dargestellt finden und wie derselbe als Komplement zu den dogmatischen Systemen der Stoiker und Epikureer in der späteren Römerzeit seine Ausbildung erhalten hat. Mit diesem hohen antiken Skeptizismus ist nicht jener bereits früher (§ 39) erwähnte moderne, teils der kritischen Philosophie voran-, teils aus dieser hervorgegangene Skeptizismus zu verwechseln, welcher bloß darin besteht, die Wahrheit und Gewißheit des Übersinnlichen zu leugnen und dagegen das Sinnliche und in der unmittelbaren Empfindung Vorhandene als dasjenige zu bezeichnen, woran wir uns zu halten haben.“ (ebd., S. 176)

[Nur ein Zusammenhang]